Archiv für den Monat: September 2010

Hat McDonald´s den Hamburger erfunden?

Nein. Soviel ist sicher. Aber warum heißen Hamburger denn Hamburger?

Es handelt sich hierbei um ein rein Hamburgisches Essen und geht auf das Rundstück warm zurück.

Rundstücke werden hier in Hamburg die runden Brötchen genannt. Die konnten sich die armen Leute leisten. Und wenn es mal etwas ganz Besonderes gab, wurde eine Scheibe warmes Fleisch dazwischen gesteckt.

In vielen Restaurants wurde das später aufgegriffen und auf den Speisekarten stand dann “Rundstück warm”.

Ursprünglich handelte es sich also um ein praktisches Arme-Leute-Essen. Viele Hamburger Auswanderer nach Amerika waren arm. In Amerika kam dieses Essen gut an, allerdings konnten die Amerikaner „Rundstück warm“ nicht aussprechen. Und so benannten sie dieses Essen kurzerhand nach den Einwanderern, die es mitgebracht hatten, nämlich Hamburger.

Tja – an McDonald´s hat zu dieser Zeit sicherlich noch niemand gedacht.

Die Caffamacherreihe

Der Name der Straße in der Neustadt hat nichts mit Kaffee, sondern mit Caffa zu tun. Caffa kommt aus dem Höllandischen und bezeichnet eine schwere Samtstoffart, die von den Webern angefertigt wurde, die sich dort um 1630 angesiedelt hatten.

Die sogenannten Kaffamaker, die in der Kaffamacher-Reege ihrer Arbeit nach gingen .

Caffa kommt wohl von Kaff-Haar – dabei steht das niederdeutsche Wort Kaff für Spreu oder Getreidehülse. Die Samtstoffe aus Seide wurden zunächst in Schlingen gewebt und dann abgeschoren. Die abgeschorenen Fäden bezeichnete man als Kaffhaar, weil sie wie Haarspreu aussahen.

Der blaue Montag

Die Redewendung “blau machen” bedeutet, dass man ohne triftigen Grund der Arbeit oder der Schule fern bleibt. Ihre Herkunft ist nicht gesichert. Wie so oft.

Es wird angenommen, dass die Redewendung von den Färbern stammt, und da speziell von den Indigo- oder Waidfärbern, die die gefärbten Stoffe in einer letzten Phase des Färbevorgangs an der Luft trocknen lassen, wobei erst in dieser Phase die blaue Färbung durch Oxidation entsteht.

Weil die Blaufärber während dieser Phase mit der Arbeit pausiert haben sollen, ist aus dem technischen Vorgang des Blaumachens der umgangssprachliche Ausdruck für „Nichtstun“ entstanden. Auch der Ausdruck “Blauer Montag” soll hieraus abzuleiten sein, weil der Montag der Tag gewesen sein soll, an dem üblicherweise die Phase des Blaufärbens war.

Weisheit zum Wochenende

Denke daran, dass etwas, was du nicht bekommst,

manchmal eine wunderbare Fügung des Schicksals sein kann.

—  Dalai Lama  —

Wer hat die “Arschkarte”?

Der Begriff “Arschkarte” wird in derb-umgangssprachlichen Redewendungen wie “du hast die Arschkarte gezogen” benutzt und meint, dass man ein Missgeschick erlebt hat, welches unangenehme Folgen nach sich zieht.
Aber wo kommt diese Redewendung her?
Zur Herkunft gibt es nur Vermutungen. Man kann sie von der Roten Karte beim Fussball ableiten, die 1970 eingeführt wurde.
Um Verwechslungen zu vermeiden, und damit der Fernsehzuschauer in der Zeit des Schwarz-Weiß-Fernsehens die Farbunterschiede erkennen konnte, bewahrten die Fussballschiedsrichter die Gelbe Karte in der Brusttasche, die Rote Karte dagegen in der Gesäßtasche auf. Der Spieler, dem der Schiedsrichter dann die Rote Karte zeigt, hat demnach die Arschkarte bekommen.
Also ich finde, das ist doch mal eine einleuchtende Erklärung ;-)

Hamburger Straßennamen: Knochenhauertwiete

Die Knochenhauertwiete liegt in der Altstadt und verbindet etwa in Höhe Reesendamm / Rathausmarkt die Mönckebergstraße mit der Rathausstraße.

Bei den Knochenhauern handelt es sich um einen der älteren Handwerksberufe. Der heutige offizielle Name für den Knochenhauer ist der Fleischer, im Süden oft Metzger genannt und im Norden gerne als Schlachter bezeichnet.

Eine Twiete ist eine kleine Gasse, die in der Regel nicht befahren werden kann. Sie diente als Verbindung zwischen zwei Straßen, zwei Grundstücken, etc.

In der Knochenhauertwiete wohnten folglich eine Menge Fleischer, daher der Name.

Der Fleischer war mit der Herstellung und Verarbeitung von Fleisch- und Wurstwaren für den Verzehr beschäftigt. Der Beruf des Fleischers hat sich im Laufe der Zeit stark geändert. Anstelle des Schlachtens ist heutzutage die Veredelung von Fleisch  getreten.

Wer kann wem das Wasser reichen?

Wer hat das nicht schon mal gehört:

Der kann mir doch nicht das Wasser reichen!

Was das bedeutet, weiß sicher jeder: der ist nicht auf meiner Augenhöhe und mir somit unterlegen.

Aber woher stammt diese Redewendung?

Im Mittelalter nahm man es mit der Hygiene noch nicht so genau,

aber dennoch gab es bei Tisch einige Regeln, vor allem in der vornehmeren Gesellschaft.

Bei Adeligen von Rang war es Brauch, sich vor und nach dem Essen die Hände zu waschen,

denn Besteck war noch weitgehend unbekannt und man aß mit den Fingern.

Zum Händewaschen reichten Tischdiener Schüsseln mit Wasser. Und wer es aber in solch einer Umgebung nicht wert war,

den Herren das Wasser zu reichen, der war auch für höhere Aufgaben unnütz und nicht geeignet.

Aha – und wieder etwas gelernt.

Wer immer tut, was er schon kann,

bleibt immer das, was er schon ist

— Henry Ford —