Archiv für den Monat: Oktober 2010

Stelle ich heute Nacht die Uhren eine Stunde vor oder zurück?

Hier mein Tipp, wie ich man sich merken kann, ob man die Uhren bei Winter-, bzw. Sommerzeit vor-, bzw. zurückstellen muss.

Vielleicht kann das ja jemand als Eselsbrücke nutzen.

Im Sommer stellen die Cafébesitzer ihre Stühle VOR das Café, weil die Sonne scheint und sie mehr Umsatz machen können. Im Sommer stelle ich die Uhren also VOR.

Im Winter ist es kalt, es regnet und schneit und die Cafébesitzer stellen ihre Stühle wieder ZURÜCK ins Café. Daher zum Winter die Uhren eine Stunde ZURÜCK stellen.

Cool, oder? Also ich finde die Erklärung klasse und kann mir prima merken, wann ich die Uhren vor- und wann ich sie zurückstellen muss.

In diesem Sinne wünsche ich allen heute eine lange Nacht ;-)

Ich baue mir eine Eselsbrücke

Eine Eselsbrücke ist ein Merksatz. Laut Wikipedia kann dabei das akustische oder das visuelle Gedächtnis angesprochen werden. Zum einen kann ein Merksatz also ein Reim sein, zum anderen das Ausdrücken von ungewöhnlichen Sachverhalten.

Eine Form der Eselsbrücke ist ein Merksatz, der eine geordnete Liste widergibt, wie zum Beispiel die Reihenfolge der Planeten von innen nach außen: Merkur – Venus – Erde – Mars – Jupiter – Saturn – Uranus – Neptun

Mein Vater Erkärt Mir Jeden Sonntag Unseren Nachthimmel

Aber woher kommt nun das Wort “Eselsbrücke”?

Wir wissen alle, dass Esel sehr stur sein können. Sie weigern sich beharrlich, durch Wasser zu gehen, denn durch dessen spiegelnde Wasseroberfläche können Esel nicht erkennen, wie tief das Wasser ist. Also baut man ihnen Stege über Bäche und kleinere Flüsse, die sogenannten Eselsbrücken.

Ein Esel geht übrigens nicht über jede Brücke – nur über die, die ihm auch sicher erscheint.

Eine Eselsbrücke ist daher ein Aufwand, den man betreibt, um in Zukunft schneller – oder überhaupt – ans Ziel zu kommen. Zudem bietet eine Eselsbrücke Sicherheit.

Wer war Struensee?

In der Altstadt von Altona ist eine Straße nach dem in Halle geborenen Johann Friedrich von Struensee (1737 – 1772) benannt, der im Alter von 14 Jahren mit dem Medizinstudium begann und bereits 1757 Stadtphysikus und Armenarzt im damals vom dänischen König regierten Altona wurde.

Ein Stadtphysikus war ein vom Rat der Stadt bestallter Arzt, der neben seiner privaten Praxis auch in etwa die Aufgaben des heutigen Gesundheitsamtes wahr nahm.

In Altona bekämpfte Dr. Struensee erfolgreich die Ausbreitung von Seuchen und setzte sich für die Verbesserung der Hygiene ein.

Im Jahr 1768 begleitete er den jungen dänischen König Christian VII. bei seiner Europareise, gewann dessen Zuneigung und wurde so Leibarzt und Vertrauter des Königs.

Zurück am dänischen Hof ernannte ihn Christian VII. zum Geheimen Kabinettsminister und erhob ihn 1771 in den Grafenstand.

Graf Johann Friedrich von Struensee übernahm nach und nach die Regierungsgeschäfte, weil der König psychisch labil war, und setzte so die Ideen der Aufklärung in Dänemark durch, wie die Meinungs- und Pressefreiheit, Abschaffung der Folter und Reform des Schulwesens. Dadurch stieg er bei Hofe schnell auf und machte sich auch ebenso schnell unbeliebt.

Seine Gegner nutzten Struensee‘s Affäre mit Christian VII’s Gattin, Königin Caroline Mathilde aus, putschten und machten Struensee den Prozess.

Weil sein Pflichtverteidiger Dr. Uldall, der Rechtsbeistand der Königin, wenig überzeugend war, verteidigte Struensee schließlich sich selbst und äußerte sich dabei mit keinem Wort über ein Verhältnis mit der Königin. Dennoch wurde er nach 4 Verhandlungstagen am 25. April 1772 schuldig gesprochen und am 28. April 1772 vor den Toren Kopenhagens geköpft, gevierteilt und auf’s Rad geflochten.

Die Verzögerung von Verurteilung bis Hinrichtung ist dadurch zu erklären, weil sich die Handwerker weigerten, Schafott und Rad für die Hinrichtung herzustellen und nur unter Androhung von Folter und Kerker ans Werk gingen.

Zur Hinrichtung Struensee’s strömten etwa 30.000 Schaulustige.

Königin Caroline Mathilde wurde nach Celle verbannt, wo sie 1775 im Alter von nur 24 Jahren starb.

Die Erkenntnis der Woche

Manche Leute drücken nur ein Auge zu, damit sie besser zielen können.

— Billy Wilder —

Dann entrichte ich zum Wochenende auch meinen Obolus ;-)

Wenn man (s)einen Oboblus entrichtet, so leistet man einen finanziellen Beitrag – und das nicht immer ganz freiwillig.

Im antiken Griechenland war der Obolus (griechisch: obolos) eine kleine Münze von geringem Wert, allerdings spielte sie in der griechischen Mythologie eine besondere Rolle.

So verlangte der Fährmann Charon einen Obolus als Fährgeld, wenn er Tote über den Fluß Acheron in den Hades, das Reich der Toten, bringen sollte. Daher legten die Hinterbliebenen dem Verstorbenen einen Obolus unter die Zunge, damit dieser sein Fährgeld bezahlen, also seinen Obolus entrichten konnte.

Im Mittelalter gab es in einigen deutschen Regionen eine kleine Münze im Wert eines halben silbernen Pfennigs oder Denars, deren Bezeichnung Obol sich von dem alten griechischen Geldstück herleitete. Allerdings wurde diese Münzeinheit häufiger Hälbling (Heller) oder Scherf genannt.

So kann man natürlich auch sein Scherflein beitragen, wenn man seinen Obolus entrichtet ,-)

Die Spitalerstraße in HH – Altstadt

Der Stadtteil St. Georg lag außerhalb der Hamburger Stadtmauern. Dort wurde im 12. Jh. von Graf Adolph III. von Schauenburg und Holstein ein Hospital errichtet, das nach dem Heiligen St. Georg benannt wurde.

Dieses Haus diente als Krankenanstalt für an Lepra Erkrankte, einer ansteckenden Krankheit, die von Kreuzfahrern eingeschleppt wurde. Also wollte man die Leprakranken vor den Toren der Stadt isolieren.

Seit Ende des 13. Jh. bis zum Bau der neuen Befestigungsanlagen um 1620 durch den von Hamburg beauftragten Holländer Johan van Valckenburgh war die Spitalerstraße in der Altstadt der Zugangsweg zum St.-Georg-Hospital, den alle Aussätzigen passieren mussten.

Aha – ich fasse zusammen: Geld hilft also!

Geld allein macht nicht glücklich, aber es ist besser, in einem Taxi zu weinen als in der Straßenbahn.

— Marcel Reich-Ranicki —

So ein Schlitzohr

Seit dem 19. Jahrhundert ist das Wort “Schlitzohr” als redensartliche Bezeichnung eines listigen und durchtriebenen Menschen belegt.

Es handelt sich dabei um ein sprachliches Relikt der mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Praxis des Ohrschlitzens, die im Brauchtum von Handwerkern und Matrosen Usus war.

Der betreffende Mann legte seinen Kopf auf einen Holzklotz und bekam vom Meister oder Kapitän ohne Narkose einen Ring ins Ohr getrieben. Der wurde in der Regel für die Beerdigung dieses Mannes versilbert – so mussten die Angehörigen keine zusätzlichen Kosten dafür aufbringen.

Zeigte sich ein Matrose oder ein Handwerker der Zunft unwürdig, so wurde er ausgestoßen. Ausgestoßenen Mitgliedern wurde der Ring aus dem Ohr gezerrt. Folglich konnte man diese Männer an ihrem Schlitzohr erkennen und wusste gleich, dass mit ihnen etwas nicht stimmte.

Die Insel Neuwerk

Dieser Stadtteil Hamburg‘s liegt in der Elbmündung vor Cuxhaven und ist über 100 km von der Hamburger Innenstadt entfernt. Es handelt sich um ein rein bäuerliches Gebiet und es ist der Stadtteil mit der geringsten Einwohnerzahl, nämlich ca. 50.

Der Stadtteil Neuwerk gehört zum Bezirk Hamburg-Mitte und besteht neben der Hauptinsel aus den grundsätzlich hochwassersicheren Inseln Scharhörn und Nigehörn. Das ca. 3 qm große Neuwerk wird vom Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer umgeben. Scharhörn ist bis auf einen Vogelwart unbewohnt, liegt auf einer Sandbank und verliert bei Sturmfluten ständig Land, weil die Insel unbefestigt ist. Daher wurde Nigehörn künstlich durch Aufschüttung von Sand geschaffen, um verloren gegangene Brutflächen für Seevögel auszugleichen. Aber auch hier drohen bei Sturmflut Landverluste.

Man nannte die Insel erst “Nova O”. “O” kommt vom Niederdeutschen “oog” und bedeutet von Wasser umgebenes Land, also Insel. Die Insel war ursprünglich unbewohnt und wurde vermutlich von Seeräubern genutzt. Auch Bauern vom Festland sollen im Sommer bei Ebbe ihr Vieh über das Watt zu den Wiesen des Eilands getrieben haben. Die Piraten störten die Hamburger Handelsschiffe erheblich, weil sie falsche Seezeichen legten und so die Schiffe in der gefährlichen Elbmündung immer wieder auf Grund liefen, sodass sie ihren wertvollen Ladungen beraubt werden konnten.

Weil sich das die Hamburger nicht länger bieten lassen wollten, nahmen sie die Insel 1299 in ihren Besitz, wollten darauf ein festes Seezeichen errichten und bewaffnete Truppen stationieren. So kam es 1301 zum Bau des Wehrturmes, der 1310 fertig gestellt wurde und gleichzeitig als Seezeichen und Unterkunft für die Truppen diente. Dieser Turm wurde “Dat Nige Wark” (das Neue Werk) genannt, ein Name, der sich auf die ganze Insel übertrug.

Später, als die Hamburger die Elbmündung so langsam in den Griff bekamen, verlor der Turm seine Wehrfunktion und diente nur noch als Seezeichen.

Heute ist der Wehrturm das älteste Gebäude in Hamburg und zudem der älteste Leuchtturm an Deutschlands Küsten.

Der Frosch im Hals

Wenn man einen Frosch im Hals hat, ist man heiser, bekommt keinen richtigen Ton heraus, muss sich ständig räuspern und husten. Man hat das Gefühl, im Hals ist irgendetwas, das beim Sprechen stört – aber was? Etwa ein Frosch?

Die Redewendung “Einen Frosch im Hals haben” geht wohl auf das Wort “Ranula” zurück.

So bezeichnen Ärzte ein Geschwulst im Mund, das Sprech- und Schluckbeschwerden hervorruft und meist operativ entfernt werden muss.

Ranula ist Lateinisch und bedeutet “Fröschlein”. Dieser Ausdruck wurde im Laufe der Zeit einfach übersetzt und immer dann verwendet, wenn sich jemand ausführlich räuspert. Dann hat der eben einen Frosch im Hals.

Ups – musste mich auch gerade räuspern…