So ein Schlitzohr

Seit dem 19. Jahrhundert ist das Wort “Schlitzohr” als redensartliche Bezeichnung eines listigen und durchtriebenen Menschen belegt.

Es handelt sich dabei um ein sprachliches Relikt der mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Praxis des Ohrschlitzens, die im Brauchtum von Handwerkern und Matrosen Usus war.

Der betreffende Mann legte seinen Kopf auf einen Holzklotz und bekam vom Meister oder Kapitän ohne Narkose einen Ring ins Ohr getrieben. Der wurde in der Regel für die Beerdigung dieses Mannes versilbert – so mussten die Angehörigen keine zusätzlichen Kosten dafür aufbringen.

Zeigte sich ein Matrose oder ein Handwerker der Zunft unwürdig, so wurde er ausgestoßen. Ausgestoßenen Mitgliedern wurde der Ring aus dem Ohr gezerrt. Folglich konnte man diese Männer an ihrem Schlitzohr erkennen und wusste gleich, dass mit ihnen etwas nicht stimmte.

Ein Gedanke zu „So ein Schlitzohr

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