Archiv für den Monat: November 2010

Es ist wieder Hamburger Winter-DOM

Der Hamburger Winterdom ist schon fast zu Ende, nämlich am 05.12.2010 – habt ihr alle euren obligatorischen Weihnachtsbummel über den DOM gemacht? Habt ihr lecker Schmalzkuchen gegessen? Oder seid ihr auf einem der vielen Fahrgeschäfte gewesen?

Schön. Und wisst ihr auch, woher der Begriff DOM für den “Rummel” oder die “Kirmes”, wie der Rummel im Süden genannt wird, kommt?

Kurz gesagt, der Name kommt daher, weil früher unweit von hier einmal ein Dom stand, in den Gaukler bei Hamburger Schietwetter hineingehen durften. Wollten die Bürger dann bespaßt werden, gingen sie eben in den Dom.

Und hier die etwas genauere Erklärung: Bereits im 14. Jahrhundert bauten Händler und Gaukler in Hamburg ihre Stände auf. In einer zu Beginn des 16. Jahrhunderts erbauten Seitenhalle des Mariendoms, dem Schappendom (dort stellten auch Tischler ihre Schränke (Schapp) aus), fanden zur Weihnachtszeit Verkaufsausstellungen statt. Der Markt blieb dort bis 1804. Anschließend wurden die Domkirche und der Schappendom abgerissen. Den Marktleuten wurde kein neuer Platz zugewiesen, und so verteilten sie sich auf die Marktplätze der Stadt: den Gänsemarkt, den Pferdemarkt, den Zeughausmarkt und den Großneumarkt.

Ab 1880 stellten Schausteller ihre Buden auch auf dem Spielbudenplatz, dem Heiligengeistfeld und der heutigen Glacischaussee auf. 1892 wurde der Markt dann auf das Heiligengeistfeld beschränkt, wo der Hamburger Dom auch heute noch zu finden ist.

Interessant, dass sich die Bezeichnung DOM für den Rummel auf dem Heiligengeistfeld durchgesetzt hat, obwohl sich der Trubel zwischenzeitlich auf mehrere Marktplätze verteilt hatte.

Der DOM findet übrigens 3 Mal im Jahr statt: Im Frühling, im Sommer und im Winter. Der nächste DOM ist daher der Frühlingsdom vom 25.03. – 25.04.2011

Die Slamatjenbrücke

Die Slamatjenbrücke befindet sich in Hamburg-Altstadt/Hamburg-Neustadt an der Ludwig-Erhard-Straße und überquert das Alsterfleet und die Willy-Brandt-Straße, sodass man gut zur Hauptkirche St. Nicolai gelangen kann. Es handelt sich um eine kaum beachtete, aber viel benutzte Straßenbücke.

Zur Herkunft des Namens: Slam = Slum und bedeutet so viel wie unsauber. Matjen kommt aus dem Höllandischen und bedeutet Mädchen. Ein Slamatjen ist also ein schmutziges Mädchen, eine Schmutzliese.

Was ist damit gemeint? Es könnte sein, dass dort eine “Filiale” des horizontalen Gewerbes war.

Wahrscheinlicher ist aber, dass mit Schmutzliesen Frauen gemeint waren, die für das Säubern der Wäsche zuständig waren. Somit hat sich im Brückennamen der Treffplatz der Waschfrauen erhalten.

Slamatjen sind nach Reinhold Pabel zudem müßige, plauderhafte Frauenzimmer, allerdings im harmlosen Sinne. Das Brückengeländer enthält wie zum Beweis ein Steinrelief, das zwei Frauen im Gespräch zeigt.

Labskaus – lecker ;-)

Erst einmal muss ich feststellen, dass Labskaus kein rein Hamburgisches Essen ist. Das Ursprungsrezept ist nicht definitiv bekannt, weshalb die Meinungen auch auseinander gehen, ob Fisch ein Bestandteil von Labskaus ist.

Selbst die ursprüngliche geographische Herkunft ist unklar. Manche Quellen besagen, es sei ein Gericht englischen Ursprungs, doch die Mehrheit vermutet einen norddeutschen Ursprung.

Es gibt folglich auch mehrere Deutungen, was den Ursprung des Wortes Labskaus angeht. Zum einen könnte es vom englischen lob’s course, „Speise für Flegel” oder “Essen für richtige Kerle” her kommen. Eine andere Variante stammt vom Lappenstück des Rindes und der Hinzufügung von “Kaus”, niederdeutsch für Schüssel oder Schale.

Eine (ungesicherte) Lesart besagt, dass dieses Essen aus der Zeit der Seefahrer stammt. Als es noch keine Kühltruhen gab, überlegten die Köche, wie sie Lebensmittel für Überfahrten auf See haltbar machen konnten. Und so nahm man gestampfte Kartoffeln, geröstete Zwiebeln und Pökelfleisch. Dazu gab man Rote Bete, die viel Vitamin C und Eisen enthalten. Das war wichtig, denn viele Seeleute erkrankten an der Vitamin C – Mangelkrankheit Skorbut, die im schlimmsten Fall zum Tode führen kann. Alle Zutaten wurden miteinander vermischt. Das ganze Gemisch wurde in luftdicht abgeschlossenen Fässern konserviert und war einige Wochen haltbar.

Zugegeben, das Ergebnis sieht wenig appetitlich aus: ein roter Brei, bei dem man sicherlich schon mal rätselt, wie oft er bereits gegessen und verdaut sein könnte. Aus diesem Grunde wird Labskaus beim Servieren auch unter einem Spiegelei versteckt. Dazu werden eine Gewürzgurke und ein Bismarckhering gereicht.

Wie dem auch sei – mir schmeckt es. Ich gebe zu, auch ich musste mich erst einmal überwinden, bis ich den ersten Bissen Labskaus zu mir nahm. Aber es hat sich gelohnt.

Also Leute: give Labskaus a try! ;-)