Archiv für den Monat: Dezember 2011

Die Geschichte vom Weihnachtsmann

Wie kommt es eigentlich zum Weihnachtsmann?

Es war einmal im 4. Jh. der Bischof Nikolaus von Myra, der als Sohn aus reichem Hause sein Vermögen unter den Armen aufteilte. Er trug bischöfliche Attribute, nämlich Messgewand, Bischofsstab und Mitra. Sein Namenstag ist der 6. Dezember, an dem heute traditionell die Kinder beschenkt werden.

 

Martin Luther – und somit die Protestanten – lehnten die römisch-katholische Heiligenverehrung ab. Luther ersetzte die Verehrung des Heiligen Nikolaus durch den Heiligen Christ und verlegte die Bescherung auf den 25. Dezember. So entwickelte sich das engelsgleiche Christuskind und breitete sich langsam im überwiegend protestantischen Deutschland zusammen mit Adventskranz und Weihnachtsbaum aus.

 

Aber der Nikolaus existierte in Europa in verschiedenen Formen weiter. So gab es in der Pfalz zum Beispiel einen Belzenickel, einen pelztragenden, bärtigen Weihnachtsmann.(Belz = Pelz, Nickel = Verkleinerungsform von Nikolaus).

In Skandinavien gab es einen bärtigen, alten Mann, der mit Rute und Nüssen die Menschen auf den Winter einstimmten. Die Rute galt als Fruchtbarkeitssymbol, die Nüsse als nahrhafte und haltbare Nahrung. Der Mann war in einen langen braunen Winterpelz mit Kapuze gekleidet und fuhr auf einem Rentierschlitten.

 

Europäische Auswanderer brachten den Sankt-Nikolaus-Brauch in die Vereinigten Staaten von Amerika. Das Sinterklaasfeest wurde vor allem von den ausgewanderten Niederländern gefeiert, denn der Heilige (Sankt) Nikolaus war auch der Schutzpatron von Neu Amsterdam, dem heutigen New York. Aus Sinterklaas wurde erst Saint Claus und dann Santa Claus. Der wiederum reist laut dem anonymen Gedicht „The Night before Christmas“ von 1823 mit einem fliegenden Schlitten, der von Rentieren gezogen wird, durch die Lüfte und steigt heimlich in die Kamine der Häuser und verteilt die Geschenke. Die Rentiere heißen Dasher, Dancer, Prancer, Vixen, Comet, Cupid, Donner und Blitzen. Das berühmteste Rentier Rudolph kam erst 1939 durch ein Gedicht von Robert L. May hinzu und lieferte die Vorlage für das Weihnachtslied „Rudolph the red-nosed Reindeer“.

 

Während des amerikanischen Bürgerkrieges zeichnete der deutsche Auswanderer und Karikaturist Thomas Nast 1863 zu Weihnachten in dem Wochenmagazin Harper’s Weekly einen bärtigen Mann mit Pelz, der vom Schlitten aus die Soldaten beschenkte. Sein Vorbild war der Belzenickel aus dem Fränkischen. Als er aufgefordert wurde, seine schwarz-weiß Karikatur zur kolorieren, wählte er die Farben rot und weiß. Dieses Erscheinungsbild des Weihnachtsmannes mit roter Kutte, die mit weißem Pelz besetzet ist, roter Mütze und langem, weißem Rauschebart standardisierte sich im Laufe der Jahre.

 

Haddon Sundblom, Amerikaner und Sohn skandinavischer Auswanderer, griff dieses Bild 1931 auf, als er im Rahmen einer Coca-Cola Werbekampagne einen Weihnachtsmann zeichnete. Der Grafiker und Cartoonist gab an, dass Gestalt und Aussehen des Weihnachtsmannes der seines Freundes und älteren Coca-Cola Auslieferungsfahrers Lou Prentiss nachempfunden war. Nach dessen Tod soll Sundblom mit Hilfe eines Spiegels auch sein eigens Gesicht genommen haben. Zusätzlich flossen skandinavische Elemente mit ein, wie zum Beispiel der Geschenkesack und die Rute. Bis 1964 malte Sundblom jedes Jahr mindestens einen Weihnachtsmann und prägte so nachhaltig die Vorstellung des modernen Weihnachtsmannes.

 

In diesem Sinne wünsche ich allen ein gesegnetes Weihnachtsfest.

Die Geschichte des Adventskalenders

Ich wünsche allen viel Spaß beim Öffnen des 1. Türchens