Archiv für den Monat: April 2012

Der Heiermann

Zu DM-Zeiten wurde ein Fünf-Mark-Stück in Nord- und Westdeutschland auch mit Heiermann bezeichnet. Woher stammt der Begriff? Es gibt mehrere Herleitungen, die alle irgendwie plausibel klingen.

Heuer

Angeblich soll der Begriff von der “Heuer” der Hamburger Seeleute abstammen, die um 1900 5 Deutsche Mark pro Stunde – also einen Heuermann – erhielten. Daraus wurde später der Heiermann.

In die Heia gehen (schlafen gehen)

Gemäß dieser Erklärung soll der Begriff ebenfalls aus Hamburg stammen, er soll aber nicht von der Heuer abgeleitet sein sondern indirekt von der Dienstleistung, die man in den 1950er Jahren für 5 Mark bekam: in die Heia gehen. Oder anders gesagt: der Preis für eine Prostituierte auf der Reeperbahn betrug zu der Zeit einen Heiermann. Dagegen spricht, dass ein 5-Mark-Stück schon viel früher als Heiermann bezeichnet wurde.

Hebräisch

Eine weitere Herleitung stammt aus dem Hebräischen. Dort steht für die Zahl Fünf der Buchstabe “Hej”, der fünfte Buchstabe im hebräischen Alphabet. Insbesondere aus sprachgeschichtlicher Sicht ist dies die naheliegendste Erklärung.

Quelle Text & Bild:
wikipedia.org

Max-Brauer-Allee


Max Brauer im Jahre 1927

Die Max-Brauer-Allee wurde 1978 nach dem ehemaligen Altonaer Oberbürgermeister und Erstem Bürgermeister von Hamburg, Max Brauer benannt. Max Julius Friedrich Brauer wurde am 3. September 1887 in Ottensen geboren und war ein deutscher Politiker. Nach ersten Erfahrungen in der sozialdemokratischen Arbeiterbewegung wurde er im Laufe der Novemberrevolution Mitglied des Magistrats von Altona. Er stieg 1924 zum Oberbürgermeister von Altona auf und war einer der wenigen sozialdemokratischen Amtsinhaber in der Weimarer Republik. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten floh Brauer im April 1933 aus Deutschland und verbrachte die folgenden Jahre im Exil in Frankreich, China und den USA. Erst nach dem Ende des 2. Weltkrieges kehrte er 1946 nach Deutschland zurück, um beim Wiederaufbau seines Heimatlandes zu helfen. Er wurde erster frei gewählter Erster Bürgermeister Hamburgs nach dem Zweiten Weltkrieg. Dieses Amt übte er – mit einer Unterbrechung von Ende 1953 bis Ende 1957 – bis 1960 aus. Er ist seit 1960 der 18. Ehrenbürger der Stadt. Am 2. Februar 1973 starb Max Brauer in Hamburg. Früher hatte die Max-Brauer-Allee den Namen Allee :-)

Quelle: wikipedia.org

Das Panoptikum

Domenica im Panoptikum

Die Geschichte des Panoptikums fängt 1879 in Hamburg am Spielbudenplatz an. Friedrich Hermann Faerber eröffnete hier eines der ersten Wachsfigurenkabinette in Deutschland. Es wurde alles gezeigt, was besonders war, da Presseberichte damals selten mit Fotos erschienen. Im Panoptikum konnte sich das Publikum selbst ein Bild machen: von Königen und Kaisern, Riesen und Zwergen, aber auch Kriminellen und Mördern.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts kam der Film auf, und entwickelte sich zu einer starken Konkurrenz für Wachsfigurenkabinette. Viele überlebten den Wettlauf um Aufmerksamkeit und Aktualität nicht. Das Hamburger Panoptikum ist das einzige deutsche Wachsfigurenkabinett aus dieser Zeit, welches bis heute besteht. 1943 wurde das Gebäude durch Brandbomben zerstört und leider konnten nur wenige Figuren gerettet werden. Doch bereits wenige Jahre später wurde eine kleine Ausstellung wiedereröffnet. Seit 1959 ist das Panoptikum im jetzigen Gebäude, das im Stil der 50er Jahre erbaut wurde, zu finden.

Heute wird das Panoptikum von Dr. Hayo Faerber geleitet, dem Urenkel des Gründers. Das Panoptikum ist also ein Familienunternehmen in vierter Generation, das die alte Tradition der Wachsbildkunst mit viel Leidenschaft fortführt. Aber im Wachsfigurenkabinett können nicht nur historische Persönlichkeiten bewundert werden, sondern auch moderne Idole wie Julia Roberts, Robbie Williams, Madonna, Harry Potter oder Barack Obama. Zuletzt haben die Figuren von Lena Meyer-Landrut und Domenica Anita Niehoff hier ihr zu Hause gefunden.

Domenica

Am 7. April 2011 wurde im Hamburger Panoptikum am Spielbudenplatz auf St. Pauli die Wachsfigur von Domenica Anita Niehoff enthüllt.

Nach ihrem Tod entstand die Idee, Deutschlands berühmtester Prostituierten und Streetworkerin einen Platz im Panoptikum zu geben, um sie so vor dem Vergessen zu bewahren. Über ein Jahr arbeiteten der Bildhauer Gottfried Krüger und sein Team an der Figur, die fast zeitgleich mit der Domenica Ausstellung im St. Pauli Museum fertig gestellt wurde.

Zeit ihres Lebens setzte sich Domenica für die Belange der Prostituierten ein und versuchte für sie ein Minimum an sozialer Sicherheit zu erreichen. Seit 1990 betreute sie bis zur Selbstaufgabe als Sozialarbeiterin drogenabhängige Mädchen und Frauen und war Mitinitiatorin mehrerer sozialer Projekte. Die Stadt Hamburg ehrte sie durch ein Begräbnis im Garten der Frauen auf dem Ohlsdorfer Friedhof, wo bedeutende Hamburgerinnen ihre letzte Ruhestätte finden.

Quelle (Text und Bild):
www.panoptikum.de

Der Stuhlmannbrunnen

Die Zentauren im Kampf um den gefangenen Fisch

Seit 112 Jahren, genau genommen seit dem 1. Juni 1900 steht Stuhlmannbrunnen in Altona. Der von Paul Türpe entworfene Brunnen stand zunächst vor dem Altonaer Bahnhof. Anfang des 20. Jahrhunderts war Altona noch Zentrum der Deutschen Fischindustrie, bis die Stadt Hamburg Altona die Fischereirechte streitig machte. Der Wettstreit zwischen den Städten um die Vorherrschaft in der Fischerei wird durch die dargestellten, gewaltigen Zentauren symbolisiert. Des Weiteren finden sich Figuren wie Triton und die Nixe Nereide, beides Fabelwesen, die zur Hälfte Mensch, zur Hälfte Fisch sind, sowie Frosch und Echse an den Längsseiten. Letztere stoßen ihren Wasserstrahl gegen die Zentauren. In der Darstellung behält Hamburg die Oberhand um einen ins Netz gegangenen Fisch, aus dessen Maul ebenfalls eine gewaltige Fontäne schiesst.

Die Brunnenanlage ist insgesamt äußerst imposant. In dem 20 mal 10 Meter großen Granitbecken steht der Brunnen mit seinen 7,5 Metern Höhe und 4 Metern Breite. Die durch die Jahrzehnte korrodierten Teile des Brunnen wurden in einer Zusammenarbeit von Denkmalpflege und privaten Sponsoren restauriert. Zum 100 Geburtstag des Brunnens wurde er in der Parkanlage vor dem Altonaer Bezirksamt – am Platz der Republik – wieder aufgestellt. Benannt ist das Denkmal nach Caspar Heinrich Stuhlmann, der der Stadt Altona 1872 eine Geldspende zur Errichtung eines Springbrunnens vermachte.

Quelle: kulturkarte.de
Bildquelle: flickr.com/Reinhard_Schuldt

 

Der Fischmarktvogt


Auch auf dem Hamburger Fischmarkt muss für Ordnung gesorgt werden. Deswegen gibt es hier schon seit den Anfängen einen Marktaufseher, der über das bunte Treiben wacht: den Fischmarktvogt.

Was kostet eigentlich so ein Fischmarkt?

Der erste Fischmarktvogt hieß Jacob Jacobsen. Er wurde 1715 vom Altonaer Präsidenten Graf Reventlow dazu ernannt. Die Stelle erhielt er im Austausch seiner Grundstücke am Fischerplatz, da diese Flächen zur Erweiterung des Fischmarktes gebraucht wurden. Der Posten des Fischmarktvogts war heiß begehrt, doch nicht jeder konnte sich den Posten leisten. Die Marktaufsicht wurde damals nämlich “versteigert”, der Meistbietende erhielt den Zuschlag für die Pacht. Beispielsweise zahlte der Altonaer Bürger Gerd Pruß im Jahre 1733 765 Mark für die Pacht, eine sehr hohe Summe für die damalige Zeit.  Die Pacht war jedoch ein sehr einträgliches Geschäft: wer einen Stand auf dem Fischmarkt haben wollte, musste sich den Standplatz beim Fischmarktvogt mieten. Wenn das Marktgeschäft also gut lief, konnte man mit der Pacht viel Geld verdienen.

Ein Vogt für alle Fälle

Das Vermieten von Standplätzen war jedoch nur eine von vielen Aufgaben des Fischmarktvogts. Er musste auch Fischbänke und Geräte, die für den Marktbetrieb nötig waren, kaufen und in Stand halten. Maße und Messbecher verlieh er für einen Schilling pro Tag. An Markttagen sorgte er zudem dafür, dass das Markttreiben nicht zu laut wurde und Stände den Verkehr nicht behinderten. Ausserdem war er für die Reinigung des Platzes verantwortlich.

Der heutige Fischmarkt

Heute ist das Marktbüro und die Polizeiwache an der Ecke Fischmarkt / Breite Straße zu finden. Organisiert wird der Fischmarkt vom Verbrauchschutzamt Altona. Jeden Sonntag sorgen ein Marktmeister und sieben Helfer für den ordentlichen Ablauf des Fischmarktes. Sie weisen Standplätze zu, nehmen Gebühren ein und achten auf die Einhaltung der Marktzeiten. Die Polizei sorgt für die Sicherheit auf dem Markt.

Quelle: hamburg.de
Bildquelle: flickr.com/j@ck!

Hamburger Dom

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Luftbild des Hamburger Doms

Derzeit findet er wieder statt: der Hamburger Dom, das größte Volksfest Deutschlands. Dieses Volksfest hat eine jahrhundertelange Tradition: schon im Jahr 1329 ist ein marktähnliches Treiben neben dem ehemaligen Mariendom belegt, Händler und Gaukler bauten ihre Stände auf, es fand ein Weihnachtsmarkt statt. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts wurde eine Seitenhalle für den Mariendom gebaut, die später Schappendom genannt wurde. Diese Bezeichnung kam von Tischlern, die dort ihre Schränke (Schapp) ausstellten. Diese zur Weihnachtszeit stattfindenden Verkaufsausstellungen wurden bald nach ihrem Austragungsort nur noch “Dom” genannt, und als der Markt wegen des Abbruchs der Kathedrale im Jahr 1804 auf den Gänsemarsch umzog, wurde der Name einfach mitgenommen. 1892 zog der Dom auf das Heiligengeistfeld um, zu diesem Zeitpunkt gehörte im Wesentlichen Vergnügen und Belustigung zum Markttreiben.

Heute findet der Hamburger Dom drei Mal im Jahr statt: im Frühjahr (Frühlingsmarkt – seit 1922), im Sommer (Hummelfest – seit 1947) und im Spätherbst (Dommarkt – ursprünglich der Weihnachtsmarkt).

Bildquelle: de.wikipedia.org