Archiv für den Monat: Juni 2012

Just another manic Monday


Die Mondgöttin Luna

… so sangen die Bangles in den 80er. Nachdem ich bereits den Donnerstag und den Freitag unter die sprachgeschichtliche Lupe genommen habe, frage ich heute: woher hat der Montag eigentlich seinen Namen? Wie alle sieben Tage der babylonischen Woche wurde auch der Montag nach einer Gottheit – beziehungsweise nach dem Planeten, der diese Gottheit symbolisierte – benannt. Der zweite Wochentag galt als Tag des Mondes bzw. der Mondgöttin Luna (englisch: Monday, französisch: Lundi, italienisch: Lunedi, spanisch: Lunes). In den romanischen Sprachen wird der Bezug zur Luna deutlicher als in der deutschen bzw. englischen Bezeichnung, da diese eine Lehnübersetzung der lateinischen Bezeichnung Dies Lunae „Tag der (Mond-)Göttin Luna“ ist.

Textquelle: wikipedia.org
Bildquelle: Mondgöttin Luna, Gemälde von Sebald Beham anno 1539

St. Georg – die Anfänge

Der heilige St. Georg

Die Geschichte St. Georgs beginnt 1194 mit der Gründung des Leprahospitals, welches nach St. Jürgen (später St. Georg) – dem Schutzpatron der Kreuzfahrer, sowie der Leprakranken und Siechen –benannt war. Errichtet wurde das Hospital auf Brachland, ca. einen Kilometer vom hamburgischen Stadtwall entfernt. Graf Adolf der III von Schauenberg und Holstein, der selbst Kreuzritter war, wollte durch die Stiftung seine christliche Bußfertigkeit unter Beweis stellen. Das Hospital erhielt immer wieder großzügige Zuwendungen von Kreuzrittern, da diese die Krankheit aus dem Orient eingeschleppt hatten und so Buße taten. Weil die Krankheit als unheilbar galt, hatten viele Menschen großen Angst vor einer Ansteckung und dies führte dazu, dass die Kranken streng von den Gesunden isoliert wurden.

Textquelle: Geschichtswerkstatt St. Georg

Bildquelle: Heiligenlexikon

Das Franzbrötchen


Ein Franzbrötchen mit Streuseln

Eine typische Hamburger Leckerei ist das Franzbrötchen, dass es mittlerweile in allen möglichen Varianten, beispielsweise so wie auf dem Bild mit Streuseln, aber auch mit Rosinen, Mohn, in Vollkorn oder mit Schokolade gibt. Eins haben sie alle gemeinsam, nämlich den Teig aus Mehl, Hefe, Butter, Zucker und natürlich Zimt.
Doch woher kommt dieses Franzbrötchen? War ein Bäcker namens Franz der Erfinder? Nein, weit gefehlt. Vermutlich ist das Franzbrötchen ein Überbleibsel der französischen Besatzungszeit zu Anfang des 19. Jahrhunderts. Manche vermuten, dass die Hamburger Bäcker versucht hätten, ein Croissant nachzubacken. Dazu hat man ein normales Laib Brot mit Butter gebacken. Abschließend wurde dies dann noch in einer Fettpfanne veredelt. Auf manch’ einer Stadtrundfahrt wird eine Anekdote verbreitet, demzufolge ein Hamburger aus Wut über die französischen Besetzer auf ein Croissant geschlagen und es zum Franzbrötchen platt gemacht hätte. Das ist aber wohl nur Seemannsgarn. Besonders gut schmeckt das Franzbrötchen übrigens, wenn es über Nacht “durchgezogen” ist und dann kurz auf einem Toaster warm gemacht wird :-)

Ochsenzoll

Ochsentreiber

Der Name “Ochsenzoll” rührt daher, dass hier vom 15. bis in das 19. Jahrhundert Ochsen verzollt werden mussten, die in die Reichsstadt Hamburg gebracht wurden. Der Ochsenzoll lag an einem Zweig des Ochsenweges, der von Schleswig-Holstein bis nach Dänemark reichte und dem Viehhandel diente. Die Ochsen wurden zu dieser Zeit durch die größte Moor- und Heidelandschaft – das Harksheidermoor – getrieben, und bis 1888 wurde der Zoll in Garstedt bzw. an einer Zollstation in Harksheide entrichtet. Noch heute erinnern Straßennamen wie Schmuggelstieg und Am Ochsenzoll an diese Zeit. 1888 trat Hamburg dem Deutschen Zollverein bei, erst dann fielen die Zollschranken an den Grenzen Hamburgs.

So manch’ lustige Geschichte hat sich an der Zollgrenze zugetragen. So wird in “Aus Langenhorns Vergangenheit” folgende Begebenheit überliefert:

Die Leute vom Zoll waren strenge und pflichtbewußte Männer. Jeder, der seine Ware durch den Zoll bringen wollte, wurde gewissenhaft geprüft. Darum wusste auch Bauer Hein aus Glashütte, der seinen Torf in Hamburg verkauft hatte und auf dem Nachhauseweg war. An der Zollstation wurde er angehalten und gefragt, was denn in dem großen Sack sei, den er auf seinen Wagen geladen hatte. Da sei ein Hund drin, so die Antwort vom Bauer Hein. Die Zöllner wollten jedoch selbst vergewissern und nach langem Hin und Her öffnete Bauer Hein den Sack, woraufhin ein struppiger Hund heraussprang und sich sofort auf die Flucht machte. Der Bauer lief hinterher und kehrte alsbald wieder mit seinem Sack zurück. “Haben Sie den Hund gefunden?” so die Frage des Beamten. „Jo, hett ober een barch Arbeit kost. Tum tweten Mol mack ich den Büddel ober nich op“ erwiderte Hein, packte seinen Sack auf den Wagen und zog los. Keiner hielt ihn zurück, da man glaubte, dass sich der Hund im Sack befände. Allerdings hatte man nicht mit der Bauernschläue des Hein gerechnet: er hatte nämlich gar nicht den Hund gesucht, sondern seinen Sack mit verzollbaren Waren gefüllt, die er vom Erlös seiner Torf-Verkäufe in Hamburg erworben hatte.

Nun wunderten sich die Zollbeamten, dass in der folgenden Zeit Bauern des öfteren Hunde aus Hamburg mitbrachten, die dann immer beim Ochsenzoll die Flucht ergriffen.

Textquelle: wikipedia.org / langenhorn-archiv.de

Bildquelle: Ochsendrift: unbekannter Zeichner aus dem 19. Jahrhundert, J. Pieplow, Von Jütland an die Elbe. Reiseskizzen entlang alter Heer- und Ochsenwege, Neumünster, 1983

Silbersack

Silbersackstraße oder kurz Silbersack heißt eine von der Reeperbahn abzweigende kurze Straße. Diese war zum Teil schon 1644 bebaut. Namensgeber war ein gewisser Silversack, der hier 1697 ein Stück Land gekauft hatte. Eigentlich müsste der Silbersack also Silversack heissen und hat so gesehen nichts mit dem Edelmetall zu tun.

Die größte Attraktion der etwas unebenen, noch mit dem einst für Hamburg typischen Großpflaster belegten Silbersackstraße war bisher die traditionsreiche Gaststätte „Zum Silbersack“, die seit 1950 in einem eingeschossigen Pavillonbau an der Ecke zur Querstraße existierte. Berühmtheiten wie Hans Albers, Heinz Rühmann und Hildegard Knef gehörten zu den Gästen des Silbersacks. Die Kneipe wurde zum 31. Mai 2012 geschlossen, da die Söhne kurz zuvor im Alter von 88 Jahren verstorbenen Wirtin Erna Thomsen den Betrieb nicht fortsetzen wollen.

Bildquelle: flickr.com/a.meins