Archiv für den Monat: Juli 2012

Brandsende

Der Brand 1842 – Börse und Rathaus” von den Gebrüdern Suhr

Im Mai vor 170 Jahren erlebten die Hamburger einen riesigen Brand. 3 Tage lang wütete das Feuer zwischen Elbe und Alster und zerstörte über 1700 Häuser, 3 Kirchen und 2 Synagogen.

Der Onkel des Dichters Heinrich Heine, Salomon Heine, engagierte sich danach besonders stark für den Wiederaufbau und spendete viel für die Menschen, die durch den Brand obdachlos geworden waren. Zudem bewilligte er dem Staat und Firmen, die durch den Brand dem Ruin nahestanden, umfangreiche Kredite zu einem günstigen Zinssatz. An einer Staatsanleihe in Höhe von 32 Millionen Mark für Entschädigungszahlungen beteiligte er sich zu einem Viertel, also mit 8 Millionen Mark.

So fatal der Brand war, so bot er für Hamburg die Möglichkeit eines modernen Wiederaufbaus, in den folgenden Jahren entstand das Gebiet um die Kleine Alster. Der Straßenname Brandsende  erinnert noch heute an die Stelle, wo das Großfeuer endlich ausbrannte.

Quelle Text & Bild: seniorbook.de

Das Amerikanische Generalkonsulat in Hamburg


Historische Aufnahme des heutigen Konsulatsgebäudes vor dem ersten Weltkrieg

Das Amerikanische Konsulat in Hamburg kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Es wurde am 17. Juni 1790 als eines der ersten amerikanischen Konsulate gegründet. John Parish, ein eingebürgerter Hamburger mit schottischen Wurzeln, wurde Stellvertretender Konsul. 1793 wurde Parish zum Konsul befördert; er ist bisher der einzige an diese Vertretung entsandte Nichtamerikaner.

Im Jahre 1903 wurde Hugh Pitcairn zum ersten Generalkonsul ernannt.


Der erste amerikanische Konsul in Hamburg: John Parish (1790-1796).

Das Konsulat war vom 3. Oktober 1917 bis 1922 – also während des bzw. nach dem 1. Weltkrieg – zum ersten Mal geschlossen. Zum 2. Mal wurde es im 2. Weltkrieg, am 8. Juli 1941 geschlossen, so wie alle anderen Amerikanischen Konsulate in Deutschland. Amerikanische Interessen wurden durch die Schweizerische Gesandtschaft vertreten. Das Generalkonsulat wurde am 1. März 1946 wiedereröffnet, und 1950 kaufte die amerikanische Regierung das heutige Gebäude.

Geschichte des “Weißen Hauses an der Alster”

Das “Weiße Haus an der Alster”  besteht aus 2 Gebäuden, die klassische Beispiele der gehobenen hanseatischen Architektur des 19. Jahrhunderts sind. Beide wurden von dem berühmten Architekten Martin Haller entworfen, der ebenfalls Architekt des Hamburger Rathauses war.

Das größere Haus wurde 1882 für den Kaufmann G. Michaelsen erbaut, der es 1891 an Wilhelm A. Riedemann verkaufte, einem Pionier der Tankschifffahrt und einem der Gründer der Deutsch-Amerikanischen Petroleum-Gesellschaft (später ESSO). Das Nachbarhaus wurde 1893 für den Geschäftsmann Julius Ree erbaut, der es kurz nach seiner Fertigstellung an Eduard Sanders verkaufte, den Geschäftspartner und Schwiegersohn von Herrn Riedemann.

Von 1933 bis 1945 wurde das Haus als Hauptquartier der Nationalsozialisten in Hamburg genutzt. Am Ende des Krieges wurden die Häuser durch die britische Besatzungsmacht konfisziert. Im Mai 1950 erwarben die USA beide Häuser von den Erben der Eigentümer. Die Häuser wurden umgebaut und durch den großen klassischen, dem Weißen Haus nachempfundenen Säulengang verbunden. Das Konsulat zog offiziell am 15. August 1951 ein.

Der derzeitige Standort ist mindestens die 30. Adresse des Amerikanischen Konsulats in Hamburg. 31 Konsuln und 21 Generalkonsuln wurden seit 1790 nach Hamburg entsandt.

Text- und Bildquelle: Amerikanisches Generalkonsulat Hamburg

Die erste Luxus-Kreuzfahrt der Geschichte

Augusta Victoria um 1890

Am vergangenen Wochenende besuchten die beiden Schwesterschiffe Queen Mary II und Queen Elizabeth gemeinsam den Hamburger Hafen. Die Reederei Cunard Line war jedoch nicht der Pionier der heutigen Kreuzfahrt, nein, diese Idee hatte als erster Albert Ballin.

Die erste Luxus-Kreuzfahrt der Geschichte dauerte 57 Tage, 11 Stunden und 3 Minuten und war der Anfang einer “Industrie”, die heute weltweit Zehntausende von Menschen beschäftigt. Als der Doppelschrauben-Schnelldampfer “Augusta Victoria” der Hamburger Reederei HAPAG am 22. Januar 1891 von Cuxhaven in See stach, war auch jener Mann an Bord, der die Idee für eine Luxus-Kreuzfahrt hatte: Menschen sollten umgeben von Komfort und Überfluss über die Meere fahren, dies sollte laut Albert Ballins Überzeugung eine große Zukunft haben.

Ballin, Generaldirektor der HAPAG, begeisterte mit seinem Charme und seiner Klugheit die Passagiere der ersten Reise immer wieder und tat auch alles für das Wohlbefinden der Kreuzfahrt-Pioniere an Bord: sämtliche Kabinen waren erstklassig, die Teilnehmerzahl war auf 227 begrenzt, so dass jeder reichlich Platz hatte. Es gab eine Bordzeitung, die täglich gedruckt wurde, Unterhaltungsprogramm und eine hochklassige Küche.

Eigentlich hatte Ballin nur einen Weg gesucht, seine Schiffe vor allem im Winter besser zu nutzen, da sie manchmal nur zur Hälfte ausgelastet im Nordatlantik-Verkehr unterwegs waren. So ging die Reise ins Mittelmeer und in den Orient, und ganz nebenbei wurde noch ein Rekord aufgestellt. Denn die 144,80 Meter lange, 16,62 Meter breite und 7661 Bruttoregistertonnen schwere “Augusta Victoria” war das größte Passagierschiff, das bis zu jenem Zeitpunkt je die Straße von Gibraltar passiert hatte. Übrigens war das Schiff nach der Ehefrau des deutschen Kaisers Wilhelm II. benannt, die eigentlich Auguste Viktoria hieß, weshalb der Name des Schiffs später in “Auguste Victoria” geändert wurde.

Auf ihrer ersten Orientfahrt lief die “Augusta Victoria” 14-mal Häfen an und wurde überall überschwänglich empfangen. In Piräus ordnete der König 15 Salutschüsse an, in Istanbul, das seinerzeit noch Konstantinopel hieß, machte der Sultan der Türkei seine Aufwartung, von Alexandria aus besuchten die Passagiere Kairo und die Pyramiden.

1904 wurde die “Auguste Victoria” zum Kriegsschiff: die Russen boten für das erste Kreuzfahrtschiff der Welt einen guten Preis, und die HAPAG verkaufte. Die “Auguste Victoria” wurde zum russischen Hilfskreuzer “Kuban” und 1907 in Stettin abgewrackt.

Diese weltweit erste Orientkreuzfahrt und viele folgenden machte die HAPAG zur führenden Kreuzfahrt-Reederei weltweit. Sie hatte einen Vorsprung, der viele Jahrzehnte anhielt.

Quelle: abendblatt.de

Hütten

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Hütten um 1890

Die Straße “Hütten” verläuft parallel zum Holstenwall. Der Straßenname entstand aus der Bezeichnung „Bei den Hütten“. Mit „Hütten“ wurden kleine, freistehende Häuschen benannt, die nach der Errichtung der Wallanlagen zu Beginn des Dreißigjährigen Krieges den angeworbenen Soldaten zur Verfügung gestellt wurden. Diese lagen unmittelbar an den Festungswällen, dort durften wegen der auf den Wallanlagen befindlichen Mühlen keine hohen Häuser errichtet werden. 1858 wurde hier die „Hüttenwache“ als Ersatz für die Wache am Großneumarkt gebaut, eine Polizeileitstelle mit Arrestlokal für kleine Straftäter, welches 1915 erweitert wurde. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde das Gefängnis als „übles Loch“ bezeichnet und diente unter der Herrschaft der Nationalsozialisten zur Inhaftierung politischer Gegner. Der Widerstandskämpfer Helmuth Hübener war hier im Jahr 1942 für mehrere Monate inhaftiert, bevor er mit gerade mal 17 Jahren in Berlin-Plötzensee hingerichtet wurde. Nach den Novemberpogromen in 1938 und ab 1941 wurde Hütten zur Gefangenhaltung von Juden vor ihrer Deportation benutzt. Seit 1985 erinnert eine Gedenktafel am Gebäude an diese Vorgänge.

Quelle Text & Bild: wikipedia.org

Fleetenkieker

In Hamburg war Fleetenkieker seit dem 16. Jahrhundert die amtliche Bezeichnung für Mitarbeiter der Düpekommission, die für die Schiffbarkeit und Reinhaltung der Fleete sorgten. Durch Schlickbildung sowie durch die Entsorgung privater und gewerblichen Unrats wurde die Boots- und Schifffahrt auf den Fleeten regelmäßig gestört.  Der Begriff Fleetenkieker erfuhr im 18. Jahrhundert einen Bedeutungswandel:  ab da hießen so die Abfallsammler, die während der Ebbe die Fleete nach verwertbaren Dingen absuchten.  Im 20. Jahrhundert verschwanden die Fleetenkieker vollständig aus dem Stadtbild und der Begriff wurde romantisiert, Fleetenkieker wurden als Figuren dargestellt, die mit hohen Watstiefeln durch die trockengefallenen Kanäle stapfen.

Wiederbelebt wurde der Begriff 1994 durch den Verein “de Fleetenkieker”, der die Hamburger Kanäle und Fleete freiwillig regelmäßig von Unrat befreit.

Textquelle: wikipedia.org
Bild: Fleetenkiekerskulptur in Buxtehude