Hütten

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Hütten um 1890

Die Straße “Hütten” verläuft parallel zum Holstenwall. Der Straßenname entstand aus der Bezeichnung „Bei den Hütten“. Mit „Hütten“ wurden kleine, freistehende Häuschen benannt, die nach der Errichtung der Wallanlagen zu Beginn des Dreißigjährigen Krieges den angeworbenen Soldaten zur Verfügung gestellt wurden. Diese lagen unmittelbar an den Festungswällen, dort durften wegen der auf den Wallanlagen befindlichen Mühlen keine hohen Häuser errichtet werden. 1858 wurde hier die „Hüttenwache“ als Ersatz für die Wache am Großneumarkt gebaut, eine Polizeileitstelle mit Arrestlokal für kleine Straftäter, welches 1915 erweitert wurde. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde das Gefängnis als „übles Loch“ bezeichnet und diente unter der Herrschaft der Nationalsozialisten zur Inhaftierung politischer Gegner. Der Widerstandskämpfer Helmuth Hübener war hier im Jahr 1942 für mehrere Monate inhaftiert, bevor er mit gerade mal 17 Jahren in Berlin-Plötzensee hingerichtet wurde. Nach den Novemberpogromen in 1938 und ab 1941 wurde Hütten zur Gefangenhaltung von Juden vor ihrer Deportation benutzt. Seit 1985 erinnert eine Gedenktafel am Gebäude an diese Vorgänge.

Quelle Text & Bild: wikipedia.org