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Grüsse aus Burghausen von der Jahreshauptversammlung des Bundesverbandes der Gästeführer in Deutschland … Das Regional Fernsehen Oberbayern war auch dabei …

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RFO – Regional Fernsehen Oberbayern – Mediathek- Deutschlands G auml;stef uuml;hrer tagen in Burghausen

So soll die Hammaburg ausgesehen haben. © Archäologisches Museum Hamburg

Die Wiege der Hamburger stand auf dem Gebiet des heutigen Domplatzes am Speersort

http://www.ndr.de/geschichte/schauplaetze/hammaburg101.html

Rätsel um Hammaburg gelöst

Erdkrümel unterm Mikroskop – sie spielen nach langen, ungewissen Jahren die Hauptrolle in dieser Geschichte. Als Archäologen die Suche nach der historischen Keimzelle Hamburgs – der Hammaburg – vor acht Jahren scheinbar erfolglos beendeten, hatten sie mit ihnen sicherlich nicht gerechnet. Erdreste, gesammelt bei den verschiedenen Ausgrabungen am Domplatz, brachten unterm Mikroskop doch noch Klarheit in das Rätsel Hammaburg.
Dreimal hatten Archäologen den Platz insgesamt ausgehoben: in den Nachkriegsjahren, in den 1980er-Jahren und zuletzt 2005 bis 2006. Direkte Beweise für die Hammaburg hatten sie nicht gefunden. Doch dann nahm das Forscher-Team um Rainer-Maria Weiss, Direktor des Archäologischen Museums Hamburg, die Erdkrümel aus den verschiedenen Grabungen noch einmal genau unter die Lupe: Darin fanden sie Hinweise auf Spuren von Befestigungsanlagen, Gräben und Wallresten. Eine kleine Sensation für die Geschichte der Stadt. “Es fühlt sich schon sehr gut an. Endlich ist die Hammaburg kein Mythos mehr”, sagt Weiss.
Nach der Analyse der Forscher ist jetzt sicher: Die Wiege der Hamburger stand auf dem Gebiet des heutigen Domplatzes am Speersort. Und sie wurde schon wesentlich früher errichtet als bisher angenommen. Statt im 9. wurde die Burg schon im 8. Jahrhundert gebaut. Klar ist auch, wie der Grundriss der Anlage ausgesehen hat: Palisadenzaun und Graben schützten die etwa 50 Meter breite Burganlage. Sie lag gut angeschlossen an Elbe, Alster und Bille. Und – anders als angenommen, gab es keine Kirche in der Burganlage. Chef-Archäologe Weiss bezeichnet die Hammaburg vor allem als Handelsplatz.

Der große Hamburger Kreuzfahrt-Kalender 2014

schiffe

Am 8. März beginnt wieder der Reigen der Kreuzfahrtschiffe im Hamburger Hafen. Für den Auftakt sorgt die “AIDAsol”, die im März gleich viermal an den Terminals festmacht. Danach geht es Schlag auf Schlag: Bis zum Ende der Saison steuern insgesamt 190 Kreuzfahrtschiffe elbaufwärts. Deshalb liegen manchmal vier, fünf oder sechs von ihnen zeitgleich in der Hansestadt.
Besonderer Andrang herrscht zum Hafengeburtstag vom 9. bis 11. Mai. Die Teilnahme am größten Hafenfest der Welt bieten etliche Reedereien als Höhepunkt im Programm an. Deshalb erscheinen während des Festes gleich zwölf Kreuzfahrer. Doch trotz allem ist der Mai nicht wie sonst jener Monat, in dem die meisten Passagierschiffe kommen, sondern der August. Insgesamt erwarten die Hamburger Terminals allein während dieses Sommermonats 43 Schiffsanläufe, die 125.000 Passagiere in die Hansestadt bringen.

Aida Cruises zeigt 2014 nach wie vor am Standort Hamburg die größte Präsenz aller Reedereien. Drei “AIDA”-Schiffe (“AIDAsol”, “AIDAluna” und “AIDAstella”) nehmen insgesamt 65-mal Kurs auf Hamburg. MSC Kreuzfahrten ist der zweithäufigste Gast der Saison 2014. Die “Magnifica”, die in Hamburg getauft wurde, kommt insgesamt 24-mal, und Hapag-Lloyd Kreuzfahrten schickt 13-mal Schiffe nach Hamburg. Die “Queens” der Cunard Line kommen zwölfmal.

Neunmal “Queen Mary 2″ (QM2)und dreimal “Queen Elizabeth”. Am 19. Juli jährt sich zum zehnten Mal der legendäre erste Anlauf der “QM2″, der die Stadt zum Vibrieren brachte und ein neues Bewusstsein rund um Kreuzfahrtschiffe schuf. Die Reederei Cunard wird dieses Datum besonders feierlich begehen, die Einzelheiten stehen aber noch nicht fest.
Vom 1. bis zum 3. August 2014 macht Hamburgs Hafen blau. Dann setzt der Lichtkünstler Michael Batz wieder seine blauen Lichtakzente. Und die Stadt an der Elbe gibt mit den Hamburg Cruise Days ein Fest rund um Kreuzfahrtschiffe. Höhepunkt wird wieder die Parade der Luxusschiffe vor den Landungsbrücken sein. So etwas ist weltweit wohl einmalig.
Den Abschluss der Saison 2014 bilden die Schiffsanläufe zur Weihnachtszeit. Erwartet werden bislang vier Kreuzfahrer. Damit hat sich Hamburg nahezu zum Ganzjahreskreuzfahrthafen entwickelt. Lediglich im Februar werden keine Traumschiffe erwartet.

Quelle: Hamburger Abendblatt vom 11.02.14

Isemarkt: der längste Freiluftmarkt Europas

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Der Isemarkt ist einer der schönsten und beliebtesten Wochenmärkte Hamburgs. Er findet jeden Dienstag und Freitag zwischen 8.30 und 14 Uhr in der Isestraße statt. Er ist zu finden zwischen den U-Bahn Haltestellen Hoheluft und Eppendorfer Baum. Der Isemarkt ist fast einen Kilometer lang und ist damit der längste Freiluftmarkt Europas. Er ist bei Hamburgern und Touristen gleichermaßen beliebt.

Unter der alten Hochbahntrasse finden über 200 Händler Platz, dichtgedrängt bieten sie ihre vielfältigen und hochwertigen Waren an. Es gibt Genüsse für alle Sinne: Nationale und internationale Köstlichkeiten, wohlduftende Gewürze und Seifen, leckere Pralinen und ungewöhnliche Schokoladen, individuelle Chutneys, bunte Blumensträusse, aber auch hochwertige Kleidung von Designern, Schmuck und Modeaccessoires sowie Haushaltswaren finden hier ihre Käufer.

Der Markt lädt jedoch nicht nur zum Einkäufen ein. Angeregte Gespräche mit Händlern und Kunden gehören zum Marktbesuch genauso wie das Naschen vor der Kaufentscheidung. Straßenmusiker sorgen für die musikalische Untermalung. Im Markttrubel aus Kinderwagen, Fahrradfahrern, Laufkundschaft und Händlern kommt selten Hektik auf: (Zwangs-)Pausen kann man an einer der zahlreichen Imbissstände verbringen, bei leckerem Kaffee mit Kuchen, “Pommes Rot-Weiß” oder anderen Köstlichkeiten.
Ein Besuch des Isemarktes lohnt sich also immer, ganz egal, ob man nur flanieren oder seine Wochenmarkteinkaufe tätigen möchte.

Bildquelle: flickr.com/groundsel

Das Mahl des Heiligen Matthias

Das Goldene Buch der Stadt Hamburg

Heute Abend findet in Hamburg das Matthiae-Mahl statt, das älteste noch begangene Festmahl weltweit. Der Name bezieht sich auf das Datum, an dem das Festmahl traditonellerweise stattfindet: der 24. Februar ist der Matthias-Tag und galt im Mittelalter als Frühlingsbeginn und Auftakt des Geschäftsjahres. In Hamburg erhielten die Senatoren ihre neuen Aufgaben und wählten den Ersten Bürgermeister. So entwickelte es sich zu einem Brauch, “Vertreter der Hamburg freundlich gesonnenen Mächte” am Matthias-Tag zu einem Festmahl einzuladen. Seit mehr als 650 Jahren – genau genommen seit 1356 – wird das Matthiae-Mahl in Hamburg gefeiert. Es darf nur stattfinden, wenn die “Zeitläufe” es erlauben. Nach 1724 wurde es für 200 Jahre ausgesetzt, die Gründe für die Pause sind nicht bekannt.

Messer statt Finger

Im 14. Jahrhundert war es üblich, mit den Fingern zu essen. Zur Feier des Tages wurden zum Matthiae-Mahl für die hohen Gäste ein Messer eingedeckt. Dies galt als Ausdruck besonderer Ehre. Heutzutage sind die Tafeln feierlich dekoriert mit Tafelaufsätzen, Vasen und Schalen aus dem Silberschatz der Stadt Hamburg. Besonders prunkvoll ist ein Geschenk König Edwards VII. von England: ein Pokal, der den Ehrentisch ziert – an dem auch der Erste Bürgermeister der Stadt sitzt.

Strenger Ablauf

Der Erste Bürgermeister empfängt die Ehrengäste immer im Rathaus, auf dem oberen Absatz der Senatstreppe. Als man noch zu Pferde anreiste, geriet der Bürgermeister nicht in die Verlegenheit, seinen Gästen aus dem Steigbügel helfen zu müssen. Der strenge Ablauf des Matthiae-Mahls ist in seinen wesentlichen Punkten seit einem halben Jahrtausend unverändert: nach der Begrüßung werden die Ehrengäste zunächst zu einem Gespräch in das Bürgermeisteramtszimmer eingeladen, dann erfolgt der Eintrag in das Goldene Buch der Stadt Hamburg, und erst danach beginnt das eigentliche Mahl im Großen Festsaal. Zum ersten historisch belegten Matthiae-Mahl im Jahr 1356 waren 40 Gäste eingeladen. Heute sind es rund ca. 400 Gäste, unter anderem das gesamte Konsularische Korps sowie Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Wissenschaft. Des Weiteren werden Repräsentanten der großen Religionsgemeinschaften, internationaler Organisationen und der Bundeswehr eingeladen.

Festsaal des Hamburger Rathauses

Festliche Speisen

Das Mahl wurde früher von den Köchen des Ratskellers zubereitet. Heutzutage können sich Hamburger Gastronomen und Köche um die Ausrichtung des Festmahls bewerben. Das Menü ist bis zur Ausrichtung des Festmahls ein Geheimnis. Auch auf die Vorlieben und Geschmäcker der Ehrengäste wird Rücksicht genommen, und es gibt zudem eine vegetarische Menüvariante. Das war natürlich nicht immer so, in früheren Zeiten waren die Gänge sehr fleischreich. Die Menüfolge aus dem Jahre 1715 sah unter anderem folgendermaßen aus: “ein ganzes gebratenes Reh garniert mit Rebhühnern, Wildschweinrücken garniert mit Krammetsvögeln, Fasanen garniert mit Finken…“ Abgerundet wurde das Menü mit einem Dessert aus Mandeln, Feigen, Rosinen und verschiedenen Kuchen.

Musikalische Untermalung

Musikalisch untermalt wird das Matthiae-Mahl seit vielen Jahren durch das Kammerorchester der Hochschule für Musik und Theater Hamburg. Dieses wird auf der Empore im Großen Festsaal positioniert, was eine Besonderheit darstellt, das sie nur noch an diesem Abend zu ihrem urspünglichen Zweck genutzt wird. Georg Philipp Telemann komponierte 1724 sogar eine Tafelmusik für das Matthiae-Mahl.

Die Welt zu Gast in Hamburg

Viele Prominente aus der ganzen Welt folgen der Einladung zum Matthiae-Mahl. Dazu zählen Staatspräsidenten, Regierungschefs und gekrönter Adel. Am häufigsten war Helmut Schmidt Gast des Matthiae-Mahls, er war in den Jahren 1976 bis 1982 vier Mal Ehrengast. Auch seine Nachfolger, Helmut Kohl, Gerhard Schröder und Angela Merkel, nahmen die Einladung gerne an. Doch auch andere Prominenz fand zu Matthiae schon den Weg in die Hansestadt: im Frühjahr 2003 empfing Bürgermeister Ole von Beust Königin Silvia von Schweden und Tennisstar Steffi Graf. Im Jahr 2006 waren Kronprinz Frederik von Dänemark und seine Frau Mary Ehrengäste.

Das Matthiae-Mahl in 2012

In diesem Jahr sind die Ehrengäste EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso und Jürgen Fitschen, Vorstand der Deutschen Bank. Barroso weilt bereits seit gestern Abend in der Hansestadt. Er übernachtete mit seiner Entourage im Gästehaus des Senats. Heute Mittag besucht er die Baustelle der Elbphilharmonie mit der Kultursenatorin Barbara Kisseler. Nach einem Besuch der Bucerius Law School wird er gemeinsam mit Bürgermeister Olaf Scholz zu Mittag essen.

Heute Abend geht’s dann zum Matthiae-Mahl. Nach ihrer Ankunft und Begrüßung im Rathaus ziehen sich die Ehrengäste zu einem Gespräch ins Bürgermeisteramtszimmer zurück. Danach tragen sie sich in das Goldene Buch der Stadt ein. Die Ehrengäste und der Bürgermeister werden dann vor und zwischen den vier Gängen Reden halten. Das Hotel Hyatt Hamburg wird in diesem Jahr die noch streng geheimen Speisen kredenzen.

Quellen:
hamburg.de
wikipedia.org
abendblatt.de

Bildnachweis:
alle Bilder © Renate Brokelmann

Schietwetter? Zeit für Theater!

Deutsches Schauspielhaus

Und gerade in Hamburg können wir uns freuen, denn das Schauspielhaus an der Kirchenallee ist Deutschlands größtes Sprechtheater. Zudem ist es eines der schönsten Theater Deutschlands, welches auf eine über 100jährige Geschichte zurückblicken kann. Sie wurde durch berühmte Regisseure wie Gustaf Gründgens oder Peter Zadek geprägt.

Von 2005 bis 2010 war Friedrich Schirmer Intendant des Deutschen Schauspielhauses; mit einem starken Ensemble zeigte er eine zeitgenössische Auseinandersetzung mit klassischen Stoffen und förderte zudem junge Autoren und Theatermacher, indem auch neue Erzählformen Raum im Spielplan des Theaters fanden.

Ebenfalls 2005 wurde das Junge Schauspielhaus ins Leben gerufen. Es zeigt vor allem im Malersaal und im Rangfoyer Inszenierungen für Kinder- und Jugendliche, die aber auch für Erwachsene geeignet sind. Seit Oktober 2010 ist Jack Kurfess Geschäftsführender Intendant.

Folgende Stücke sind Januar im Schauspielhaus zu sehen:

Großes Haus:

  • Peter Panvon J.M. Barrie, 28. Januar
  • Die Möwe von Anton Tschechow, 24. Januar
  • Mädchen in Uniform – Wege aus der Selbstverwirklichung von René Pollesch, 30. Januar
  • Der Fall der Götter nach dem Film Die Verdammten von Visconti, 22. Januar
  • Hiob von Joseph Roth, 27. Januar
  • Krabat [9+] von Otfried Preußler, 15. bis 20., 23. bis 26. Januar
  • Eltern von Franz Wittenbrink, 26. Januar
  • Der große Gatsby nach F. Scott Fitzgerald, 13. (Uraufführung), 21. und 25. Januar
  • Romeo und Julia von William Shakespeare, 29. Januar
  • Die Dreigroschenoper von Bertolt Brecht, 20. Januar
  • Cyrano de Bergerac von Edmond Rostand, 23. Januar

Malersaal:

  • Verbrennungen von Wajdi Mouawad, 28. (Premiere), 30. und 31. Januar

Kantine:

  • Hosianna! von Przemek Zybowski, 21. Januar
  • Gehen – Bleiben von Katrin Kazubko nach Viktor Klemperer, 20. Januar
  • Lautsprecher #10, 25. Januar
  • Rangfoyer: Warteraum Zukunft von Oliver Kluck, 28. Januar
  • Über die Grenze ist es nur ein Schritt von Michael Müller, 23. und 25. Januar
  • Warum das Kind in der Polenta kocht von Aglaya Veteranyi, 26. und 27. Januar
  • Jenfeldhaus Charlottenburger Straße Familienbanden. Ein Nachbarschaftsprojekt, 27. und 28. Januar

Quelle: schauspielhaus.de
Bildnachweis: Matthias Wicke, flickr.de

Herein, wenn’s kein Schneider ist!

Wenn es an der Tür klopft, rufen manche Menschen: “Herein, wenn’s kein Schneider ist!” Woher kommt dieser Spruch? Hat er tatsächlich etwas mit dem Schneider zu tun und ging es da irgendwann mal um unbezahlte Gewänder?

Weit gefehlt! Ursprünglich lautete der Spruch “Herein, wenn’s nicht der Schnitter ist.” Ein “Schnitter” war jemand, der Gras oder bei der Ernte Getreide mähte. Im übertragenen Sinne war dies auch ein Name für den Tod – der Sensenmann!

Früher rafften nämlich beispielsweise Seuchen oder Kriege große Bevölkerungsgruppen einfach mal dahin – geradezu wie eine Sense, die großen Mengen Gras auf ein Mal abmäht.

Aus diesem Grund wird der Tod in alten Gemälden häufig als Sensenmann dargestellt. Und es gibt auch ein altes Volkslied, das wie folgt beginnt:

“Es ist ein Schnitter, der heißt Tod,
Hat G’walt vom großen Gott.
Heut wetzt er das Messer,
Es schneidt schon viel besser
… Hüt dich feins Blümelein”.

Der Satz “Herein, wenn’s kein Schneider ist” bedeutet also ursprünglich: “Herein, wenn’s nicht der Tod ist.”

Das Wort Schnitter geriet bedingt durch die Motorisierung in Form von Mähdreschern und Rasenmähern in Vergessenheit, es wurde durch Schneider ersetzt und der alte Satz verlor seinen eigentlichen Sinn.

Orkan am Tag des Donnergottes

Diesen Donnerstag brauste der Orkan Ulli über Deutschland. Sprachgeschichtlich ist das Wort Orkan entstanden aus dem färöischen bzw. altnordischen orka für „Arbeit, Vermögen“. Der starke Sturm “Orkan” (dänisch orkan, englisch hurricane) heißt auf Färöisch ódn. Färöisch orkan steht ursprünglich für „die Stärke, Kraft, Energie“ – und die hatte der Orkan ja auf jeden Fall! Der Name Donnerstag stammt wiederum ab vom Thorsdag oder Donarsdag – der Tag des Thor. Die Phonetik und Schreibweise zeigt, wie stark die Mythologie in unseren Breiten auch in unserer Sprache verwurzelt ist.

Thor – der Donnergott

Thor war der Gott des Krieges und Schleuderer der Blitze. Er beschützte die Menschen von Midgard mit seinem Hammer Mjöllnir vor den Riesen aus Jötunnheim. Er ist Sohn des Gottes Odin und der Erdgöttin Jörd. Zusammen mit Jarnsaxe – der Tochter Aegirs – hatte er die Söhne Magni und Modi (Kraft und Mut). Der Sage nach starb Thor beim Ragnarök durch den giftigen Atem der Riesenschlange Midgardsomr, die er zuvor erlegt hatte. Um Thor ranken sich viele Sagen, da er als Beschützer der Menschen häufig gegen Riesen kämpfte.

Der Donnerstag

Der Donnerstag war für die Germanen ein ganz besonderer, ein heiliger Tag. Er diente der Anbetung ihrer Gottheiten – vor allem der des Donnergottes Thor / Donar bei den seefahrenden Wikingern. Zu Zeiten der Christianisierung der germanischen Völker floss diese besondere Andachtshaltung ein, es war eines von vielen Überbleibseln der heidnischen Kultur und war daher auch nützlich für die neuen, die christlichen Würdenträger.

Vermutlich geht dieses Brauchtum zurück bis ins frühe Mittelalter. Die christlichen Missionare lagen in harter Konkurrenz mit den heidnischen Priestern, und deshalb gaben sie am Donnerstag – dem skandinavischen Thorsdag – eine besondere Weihe und verlegten auch neue christliche Feste auf diesen Wochentag.

Seemanns- oder Schiffssonntag

Diese Tradition findet sich auch heute im seemännischen Brauchtum wieder: an Donnerstagen gibt es traditionsgemäß ein besseres und schmackhafteres Essen als an anderen Tagen, somit wird er mit dem sogenannten “Vollen Schlag” gewürdigt, den es sonst nur am Sonntag gibt. Dafür ist der Samstag für Seeleute oft ein Fastentag, da der Smutje diesen Tag nutzt, um seinen Kühlraum zu säubern. Von den Resten wird dann Eintopf  gekocht. Die Festtagsverpflegung am Donnerstag ist markant für die traditionsbedingte Denk- und Handlungsweise der Seeleute.

Werner Otto – eine Unternehmer-Legende

Werner Otto gehörte zu den letzten noch lebenden Wirtschafts-Pionieren der Nachkriegszeit, die mit visionärer Kraft, ausgeprägtem Erfindungsreichtum und großem unternehmerischen Mut die wirtschaftliche, gesellschaftspolitische und soziale Entwicklung der Bundesrepublik Deutschland mitgeprägt haben.

Werner Otto

Werner Otto, ca. 1927 (2. v. links), Quelle: Privatbesitz der Familie Otto
Am 13. August 1909 in Seelow (Mark Brandenburg) als Sohn eines Kaufmanns geboren, kam nach dem Krieg als Flüchtling mit seiner Familie nach Hamburg. Dort gründete er zunächst eine Schuhfabrik. „Als dann die Zonengrenzen aufgehoben wurden und aus den traditionell in Südwestdeutschland beheimateten Schuhfabriken gut gearbeitete Ware auf den Markt kam, war meine Schuhfabrik ohne Fachleute nicht existenzfähig. Deshalb habe ich sie geschlossen. Mir blieben immerhin 6.000 Mark und die Fabrikhallen“, erinnerte sich Otto.

Eine innovative Idee

Der erste Katalog von “W. Otto” mit selbst eingeklebten Produktfotos, Quelle: Otto Group

Es folgte die Idee, die Ottos Leben veränderte: Warum nicht Schuhe verkaufen, die andere produziert haben? Und zwar im Versandhandel. Mit 6.000 Mark Startkapital und vier Mitarbeitern begann 1949 die beispiellose Erfolgsgeschichte, aus der mit der Otto Group die größte Versandhandelsgruppe der Welt hervorgehen sollte. Grundlage dieser einzigartigen Entwicklung war die konsequente Umsetzung der unternehmerischen Überzeugungen Werner Ottos. Vorrangig waren für ihn immer eine klare innovationsorientierte Unternehmensstrategie, der Aufbau eines leistungsfähigen Managements und die konsequente Multiplikation der eigenen Stärken. So vermied er den Kardinalfehler vieler Gründerunternehmer, sich auf Dauer im Tagesgeschäft für unentbehrlich zu halten und sich in zu viele Details einzumischen. Bereits 1965 übertrug Werner Otto die operative Führung des Unternehmens dem familienfremden Manager Günter Nawrath, dem 1981 sein Sohn Dr. Michael Otto im Vorstandsvorsitz folgte. Damit schuf sich Werner Otto den Freiraum für eine zweite unternehmerische Karriere.

Ab 1965 baute er mit der ECE ein weiteres Erfolgsunternehmen auf – wirtschaftlich und personell völlig unabhängig vom Versandhandelsunternehmen OTTO.

Bereits 1962 wagte Werner Otto den Sprung nach Nordamerika und erschloss in Kanada Industrieparks und Wohngelände. Ab 1973, im Alter von über 60 Jahren, begann er mit dem Aufbau einer US-amerikanischen Immobiliengruppe, der Paramount Group in New York.

Unternehmerischer Erfolg und soziales Engagement

Seinen unternehmerischen Erfolg und seine Gestaltungsmöglichkeiten empfand Werner Otto immer auch als soziale Verpflichtung und gesellschaftspolitische Aufgabe.

Um gezielt und wirkungsvoll helfen und menschliche Not lindern zu können, gründete er 1969 die „Werner Otto Stiftung“. Diese medizinische Stiftung springt insbesondere dort ein, wo der Staat aus finanziellen Gründen nicht oder nicht schnell genug Gelder zur Verfügung stellt. Ein wichtiges Projekt der „Werner Otto Stiftung“ ist das wissenschaftliche Behandlungszentrum für Krebskrankheiten im Kindesalter an der Universitätskinderklinik in Hamburg-Eppendorf, das zahlreichen leukämiekranken Kindern das Leben gerettet hat. Für hervorragende wissenschaftliche Leistungen wird alle zwei Jahre der Preis der „Werner Otto Stiftung“ zur Förderung der medizinischen Forschung an in Hamburg tätige Forscher und Ärzte verliehen.

Angeregt durch einen Bericht des Kinderarztes der Familie über hervorragende Heilungserfolge bei Kindern in den USA gründete Werner Otto 1974 das „Werner Otto Institut“ auf dem Gelände der Stiftung Alsterdorf in Hamburg – die erste und bisher einzige Spezialeinrichtung Norddeutschlands, die sich ausschließlich der Früherkennung und Behandlung entwicklungsgestörter oder behinderter Kinder und Jugendlicher widmet. Seit 1996 gibt es außerdem das „Werner Otto Stipendium zur Förderung des medizinisch-wissenschaftlichen Nachwuchses an der Universität Hamburg“. Im „Werner Otto Haus“ in Berlin lernen hörbehinderte Kinder und Jugendliche nach einer so genannten Cochlear-Implant-Operation wieder hören.

Werner Otto mit Helmut Schmidt, Quelle: Privatbesitz der Familie Otto

Mäzen und Unterstützer

Dem Prinzip gelebter gesellschaftlicher Verantwortung wurde Werner Otto auch auf anderen Gebieten gerecht. Der amerikanischen Harvard-Universität stiftete Otto einen Museumsneubau für die Unterbringung der Kunst deutschsprachiger Expressionisten, die „Werner Otto Hall“.

In seinem Geburtsort Seelow, wo am Kriegsende die letzten schweren Kämpfe tobten, ließ Werner Otto den Kirchturm wieder aufbauen und das Kirchenschiff erneuern. In Potsdam wurde dank Ottos Unterstützung das Belvedere auf dem Pfingstberg restauriert und zu neuem Leben erweckt. Das Konzerthaus Berlin erhielt von ihm eine zusätzliche moderne Bühne. In Hamburg unterstützte Otto die Neugestaltung des Jungfernstiegs.

Anlässlich seines 100. Geburtstags gründete Werner Otto 2009 mit seiner Frau Maren die Werner und Maren Otto Stiftung zur Förderung der Altenhilfe, insbesondere in Berlin und Brandenburg.

Werner Otto im Jahre 2004, Quelle: ECE

Träger des Bundesverdienstkreuzes, Ehrentitel und Ehrenbürger

Für sein unternehmerisches und soziales Engagement erhielt Werner Otto diverse Auszeichnungen und Orden, u. a. das Großkreuz des Bundesverdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, die Ehrendenkmünze in Gold des Hamburger Senats, den Ehrentitel Professor und die Bürgermeister-Stolten-Medaille der Freien und Hansestadt Hamburg, die Ernst-Reuter-Plakette des Berliner Senats sowie den Preis der Konrad-Adenauer-Stiftung für „Soziale Marktwirtschaft“ für sein unternehmerisches Handeln. Werner Otto war Ehrendoktor und Ehrensenator der Universität Hamburg sowie Laureat der „Hall of Fame“ im Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland in Bonn. Anlässlich seines 100. Geburtstags wurde Werner Otto 2009 die Ehrenbürgerwürde Berlins verliehen.

Werner Ottos Handeln bleibt Vorbild und Herausforderung zugleich. Seine Wertmaßstäbe werden in den von ihm gegründeten Unternehmen weitergetragen.

Der Hamburger Kaufmann und Unternehmer Prof. Dr. h.c. Werner Otto ist am 21.12.2011 im Alter von 102 Jahren im Kreise seiner Familie in Berlin gestorben.

Quelle: www.werner-otto.info

Die Geschichte vom Weihnachtsmann

Wie kommt es eigentlich zum Weihnachtsmann?

Es war einmal im 4. Jh. der Bischof Nikolaus von Myra, der als Sohn aus reichem Hause sein Vermögen unter den Armen aufteilte. Er trug bischöfliche Attribute, nämlich Messgewand, Bischofsstab und Mitra. Sein Namenstag ist der 6. Dezember, an dem heute traditionell die Kinder beschenkt werden.

 

Martin Luther – und somit die Protestanten – lehnten die römisch-katholische Heiligenverehrung ab. Luther ersetzte die Verehrung des Heiligen Nikolaus durch den Heiligen Christ und verlegte die Bescherung auf den 25. Dezember. So entwickelte sich das engelsgleiche Christuskind und breitete sich langsam im überwiegend protestantischen Deutschland zusammen mit Adventskranz und Weihnachtsbaum aus.

 

Aber der Nikolaus existierte in Europa in verschiedenen Formen weiter. So gab es in der Pfalz zum Beispiel einen Belzenickel, einen pelztragenden, bärtigen Weihnachtsmann.(Belz = Pelz, Nickel = Verkleinerungsform von Nikolaus).

In Skandinavien gab es einen bärtigen, alten Mann, der mit Rute und Nüssen die Menschen auf den Winter einstimmten. Die Rute galt als Fruchtbarkeitssymbol, die Nüsse als nahrhafte und haltbare Nahrung. Der Mann war in einen langen braunen Winterpelz mit Kapuze gekleidet und fuhr auf einem Rentierschlitten.

 

Europäische Auswanderer brachten den Sankt-Nikolaus-Brauch in die Vereinigten Staaten von Amerika. Das Sinterklaasfeest wurde vor allem von den ausgewanderten Niederländern gefeiert, denn der Heilige (Sankt) Nikolaus war auch der Schutzpatron von Neu Amsterdam, dem heutigen New York. Aus Sinterklaas wurde erst Saint Claus und dann Santa Claus. Der wiederum reist laut dem anonymen Gedicht „The Night before Christmas“ von 1823 mit einem fliegenden Schlitten, der von Rentieren gezogen wird, durch die Lüfte und steigt heimlich in die Kamine der Häuser und verteilt die Geschenke. Die Rentiere heißen Dasher, Dancer, Prancer, Vixen, Comet, Cupid, Donner und Blitzen. Das berühmteste Rentier Rudolph kam erst 1939 durch ein Gedicht von Robert L. May hinzu und lieferte die Vorlage für das Weihnachtslied „Rudolph the red-nosed Reindeer“.

 

Während des amerikanischen Bürgerkrieges zeichnete der deutsche Auswanderer und Karikaturist Thomas Nast 1863 zu Weihnachten in dem Wochenmagazin Harper’s Weekly einen bärtigen Mann mit Pelz, der vom Schlitten aus die Soldaten beschenkte. Sein Vorbild war der Belzenickel aus dem Fränkischen. Als er aufgefordert wurde, seine schwarz-weiß Karikatur zur kolorieren, wählte er die Farben rot und weiß. Dieses Erscheinungsbild des Weihnachtsmannes mit roter Kutte, die mit weißem Pelz besetzet ist, roter Mütze und langem, weißem Rauschebart standardisierte sich im Laufe der Jahre.

 

Haddon Sundblom, Amerikaner und Sohn skandinavischer Auswanderer, griff dieses Bild 1931 auf, als er im Rahmen einer Coca-Cola Werbekampagne einen Weihnachtsmann zeichnete. Der Grafiker und Cartoonist gab an, dass Gestalt und Aussehen des Weihnachtsmannes der seines Freundes und älteren Coca-Cola Auslieferungsfahrers Lou Prentiss nachempfunden war. Nach dessen Tod soll Sundblom mit Hilfe eines Spiegels auch sein eigens Gesicht genommen haben. Zusätzlich flossen skandinavische Elemente mit ein, wie zum Beispiel der Geschenkesack und die Rute. Bis 1964 malte Sundblom jedes Jahr mindestens einen Weihnachtsmann und prägte so nachhaltig die Vorstellung des modernen Weihnachtsmannes.

 

In diesem Sinne wünsche ich allen ein gesegnetes Weihnachtsfest.