Kategorie-Archiv: Sehenswertes

Hafengeburtstag Hamburg


Schlepperballet

Schon seit 830 hat Hamburg (bzw. Hammaburg) einen Hafen. Damals gab es an einem Wasserarm der Alster eine Anlegestelle für Boote. Diese war aber nicht der Anfang des heutigen Hafens. In 1188 gründeten die Grafen von Schauenburg die Neustadt (heute Hopfenmarkt); nachdem sie 1143 Lübeck gegründet hatten, benötigten sie einen Platz mit bequemer Zufahrt zur Nordsee. Die Neustadt war als Niederlassung für Schiffer und Kaufleute gedacht und diente als Lager- und Umschlagplatz für Güter

Graf Adolf III. von Schauenburg sorgte für viele Vergünstigungen für die Hamburger. Er war es auch, der das wichtigste Privileg für die Hamburger erwirkte: er sorgte dafür, dass Kaiser Friedrich Barbarossa den Hamburgern einen Freibrief ausstellte, und zwar am 7. Mai 1189. Den Hamburgern wurde “Zollfreiheit für ihre Schiffe auf der Elbe von der Stadt bis an die Nordsee” gewährt. Dieser Tag wird als Geburtstag des Hamburger Hafens gefeiert.

Der Hafengeburtstag in 2012

Hamburg feiert in diesem Jahr den 823. Geburtstag seines weltbekannten Hafens. Majestätische Großsegler, imposante Kreuzfahrtschiffe, moderne Marineeinheiten und altehrwürdige Traditionsschiffe reihen sich vom 11. bis 13. Mai 2012 in die Parade der Gratulanten ein, die dem Geburtstagskind beim größten Hafenfest der Welt ihre Aufwartung machen.

Zahlreiche schwimmende Gäste

Unter den schwimmenden Gästen des Hafengeburtstag Hamburg und damit zum ersten Mal im Hamburger Hafen zu bewundern ist die Dreimastbark Alexander von Humboldt II, die im vergangenen Herbst das Erbe der berühmten gleichnamigen „grünen Lady“ mit der Nummer 1 angetreten hat. Seinen Antrittsbesuch im Hamburger Hafen macht auch der luxuriöse Großsegler Star Flyer, der in der Vergangenheit unter anderem im Mittelmeer und in der Karibik kreuzte und ab Mai in der Ost- und Nordsee segelt. Die 115 Meter lange, viermastige Barkentine beteiligt sich an der großen Einlauf- und Auslaufparade und macht an den drei Veranstaltungstagen an der Überseebrücke fest.

Neben Alex II und Star Flyer nehmen drei weitere beeindruckende Windjammer zum 823. Hafengeburtstag Hamburg Kurs auf die Hansestadt. Die 114 Meter lange, russische Viermastbark Kruzenshtern gilt mit ihren stolzen 85 Jahren immer noch als wahre Schönheit unter den Großseglern. Und wenn die polnische Dar MłodzieŜy ihre 26 Segel setzt, erfreut sie das Herz der Windjammer-Fans. Das rund 109 Meter lange Vollschiff dient seit 1982 der Maritimen Universität Gdynia als Ausbildungsstätte für junge Offiziere der Handelsmarine. Die 108 Meter lange Mir aus Russland zählt zu den Stammgästen des Hafengeburtstag Hamburg und begeistert das Publikum jedes Jahr aufs Neue.

Insgesamt beteiligen sich mehr als 300 Wasserfahrzeuge am 823. Hafengeburtstag Hamburg, von Traditionsseglern und Museumsschiffen, über Sportboote und Fahrzeuge der Bundesmarine bis hin zu Einsatzfahrzeugen von Behörden und Institutionen wie Zoll, Bundespolizei, Wasserschutzpolizei, Feuerwehr, Fischereischutz, dem Technischen Hilfswerk (THW) und dem Institut für Küstenforschung des Helmholtz-Zentrums Geesthacht. Die meisten der schwimmenden Gäste sind dabei aus nächster Nähe zu besichtigen. Bei den Open Ship Aktionen können die Besucher an Bord gehen, um sich ein ausgiebiges Bild an und unter Deck zu machen und Informationen aus erster Hand von den Besatzungsmitgliedern zu erfahren.

Taufe der AIDAmar

Als besonderer Programmhöhepunkt findet in diesem Jahr während der Geburtstagsfeierlichkeiten die spektakuläre Taufe von AIDAmar auf der Elbe statt: Das Rostocker Kreuzfahrtunternehmen AIDA Cruises begrüßt am Abend des 12. Mai sein neuntes Flottenmitglied mit einer im Hamburger Hafen noch nie da gewesenen Schiffsparade der Clubschiffe AIDAluna, AIDAblu und AIDAsol. Zum ersten Mal in der Geschichte der Kreuzfahrt werden damit drei baugleiche Schwesterschiffe ihr nächstes Flottenmitglied als T aufpaten begleiten. Ein fulminantes Feuerwerk über dem Hafen setzt anschließend den atemberaubenden Schlussakkord der Taufinszenierung.

Partnerland Indien

Das diesjährige Partnerland Indien verleiht dem 823. Hafengeburtstag Hamburg ein wahrhaft exotisches Flair. Der indische Subkontinent präsentiert sich mit einem vielfältigen kulturellen Angebot, Tanz- und Musikdarbietungen, landestypischen Speisen und traditionellem Kunsthandwerk auf dem farbenfrohen INDIEN-FESTIVAL direkt neben der Fischauktionshalle. Aufgrund der Baumaßnahmen zum Hochwasserschutz wird die Partnerlandpräsentation in diesem Jahr von ihrem traditionellen Standort auf der Kehrwiederspitze auf eine Teilfläche des Fischmarktgeländes verlegt. Besucher können sich dort unter anderem über vielfältige Reisen nach Indien informieren, klassische indische Heilmethoden wie Ayurveda und Yoga hautnah erleben oder auf den Geschmack der indischen Küche aus drei unterschiedlichen Landesregionen kommen.

Gefeiert wird auch an Land

Auch an Land wird das größte Hafenfest der Welt mit einem maritimen und attraktiven Programm für die ganze Familie gefeiert. Von der Kehrwiederspitze bis zur Fischauktionshalle sorgen Live-Musik und kulturelle Darbietungen, Kunsthandwerk und kulinarische Genüsse für ein abwechslungsreiches Vergnügen bei Groß und Klein. Wer es beschaulicher mag, findet abseits des Trubels in der HafenCity, im Museumshafen Oevelgönne sowie im Traditionsschiffhafen und in der Speicherstadt an den drei Veranstaltungstagen weitere Programmangebote, die zum Mitfeiern, Mitmachen und Genießen anregen.

Programmhöhepunkte des 823. Hafengeburtstag Hamburg:

  • Internationaler ökumenischer Eröffnungsgottesdienst in der Hauptkirche St. Michaelis (Freitag, 11. Mai, 13.00 Uhr)
  • Große Einlaufparade (Freitag, 11. Mai, 15.00 Uhr)
  • Große Auslaufparade (Sonntag, 13. Mai, 16.30 Uhr)
  • Schlepperballett (Samstag, 12. Mai, 18.00 Uhr)
  • Samstag, 12. Mai, ab 21.00 Uhr: Taufzeremonie AIDAmar mit Sternformation der drei
  • Schwesterschiffe AIDAsol, AIDAblu, AIDAluna, Schiffsparade, Taufshow
  • Taufakt AIDAmar (Samstag, 12. Mai, 22.20 Uhr)
  • Großes AIDA Feuerwerk (Samstag, 12. Mai, 22.30 Uhr)

Textquelle: hamburg.de
Bildquelle: hamburg-marketing.de

Das Panoptikum

Domenica im Panoptikum

Die Geschichte des Panoptikums fängt 1879 in Hamburg am Spielbudenplatz an. Friedrich Hermann Faerber eröffnete hier eines der ersten Wachsfigurenkabinette in Deutschland. Es wurde alles gezeigt, was besonders war, da Presseberichte damals selten mit Fotos erschienen. Im Panoptikum konnte sich das Publikum selbst ein Bild machen: von Königen und Kaisern, Riesen und Zwergen, aber auch Kriminellen und Mördern.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts kam der Film auf, und entwickelte sich zu einer starken Konkurrenz für Wachsfigurenkabinette. Viele überlebten den Wettlauf um Aufmerksamkeit und Aktualität nicht. Das Hamburger Panoptikum ist das einzige deutsche Wachsfigurenkabinett aus dieser Zeit, welches bis heute besteht. 1943 wurde das Gebäude durch Brandbomben zerstört und leider konnten nur wenige Figuren gerettet werden. Doch bereits wenige Jahre später wurde eine kleine Ausstellung wiedereröffnet. Seit 1959 ist das Panoptikum im jetzigen Gebäude, das im Stil der 50er Jahre erbaut wurde, zu finden.

Heute wird das Panoptikum von Dr. Hayo Faerber geleitet, dem Urenkel des Gründers. Das Panoptikum ist also ein Familienunternehmen in vierter Generation, das die alte Tradition der Wachsbildkunst mit viel Leidenschaft fortführt. Aber im Wachsfigurenkabinett können nicht nur historische Persönlichkeiten bewundert werden, sondern auch moderne Idole wie Julia Roberts, Robbie Williams, Madonna, Harry Potter oder Barack Obama. Zuletzt haben die Figuren von Lena Meyer-Landrut und Domenica Anita Niehoff hier ihr zu Hause gefunden.

Domenica

Am 7. April 2011 wurde im Hamburger Panoptikum am Spielbudenplatz auf St. Pauli die Wachsfigur von Domenica Anita Niehoff enthüllt.

Nach ihrem Tod entstand die Idee, Deutschlands berühmtester Prostituierten und Streetworkerin einen Platz im Panoptikum zu geben, um sie so vor dem Vergessen zu bewahren. Über ein Jahr arbeiteten der Bildhauer Gottfried Krüger und sein Team an der Figur, die fast zeitgleich mit der Domenica Ausstellung im St. Pauli Museum fertig gestellt wurde.

Zeit ihres Lebens setzte sich Domenica für die Belange der Prostituierten ein und versuchte für sie ein Minimum an sozialer Sicherheit zu erreichen. Seit 1990 betreute sie bis zur Selbstaufgabe als Sozialarbeiterin drogenabhängige Mädchen und Frauen und war Mitinitiatorin mehrerer sozialer Projekte. Die Stadt Hamburg ehrte sie durch ein Begräbnis im Garten der Frauen auf dem Ohlsdorfer Friedhof, wo bedeutende Hamburgerinnen ihre letzte Ruhestätte finden.

Quelle (Text und Bild):
www.panoptikum.de